Gotische Finsternis: Das Gnobbelmatsch

Szene: Der Mond hängt tief und blutrot am Himmel, als ein kalter Wind durch die toten Äste eines verfallenen Waldes weht. Über dem düsteren Herrenhaus, das wie ein verfluchtes Relikt aus einer längst vergessenen Zeit aus dem Nebel emporragt, zieht sich ein schwerer, schwarzer Schleier. Das Holz knarrt, als würde das alte Haus selbst im Wind stöhnen. Und aus den finsteren Ecken, wo der Nebel die Wände umarmt, erhebt sich ein Geräusch – ein wisperndes Flüstern, das den Namen Gnobbelmatsch ruft.

Ein Mann in schwarzem Mantel tritt durch die knarrende Tür des Hauses und geht den düsteren Korridor entlang. Der Raum ist leer, die Wände sind von der Zeit zerfressen, und das einzige Licht kommt von einer flackernden Kerze, die an der Wand hängt. Der Mann bleibt stehen und lauscht.

Gnobbelmatsch, murmelt er, als hätte er den Namen selbst schon viel zu oft gehört. Gnobbelmatsch – ein Name, ein Fluch, der in den Gängen dieses Hauses lebt, der in den Schatten kriecht und die Seelen verführt.

Die Luft wird plötzlich kälter, und das Flüstern in den Wänden verstärkt sich, als ob der Name selbst von den verfallenen Mauern des Hauses aufgezehrt wird.

Du bist immer da, sagt der Mann, hinter den Ecken, hinter den Türen, in den Ritzen der Nacht. Du bist die Dunkelheit, die über das Licht schleicht, der Schatten, der niemals weicht. Warum verfolgst du mich, Gnobbelmatsch? Was willst du von mir?

Ein Flüstern : Ich bin nicht, was du suchst. Ich bin das, was du fürchtest. Und doch – du hast mich erschaffen, als du den Blick in die Dunkelheit wagtest. Du hast mich gerufen, als du deinen Blick von der Wahrheit abwandtest. Ich bin der Fluch, den du selbst in dir trägst.

Der Mann schreitet weiter, der Klang seiner Schritte hallt in den Gängen wider. Die Wände scheinen sich zusammenzuziehen, als wollten sie ihn erdrücken. Doch er bleibt unbeirrt. Er weiß, was er tun muss.

Gnobbelmatsch, du bist das Geheimnis, das nie gelöst werden kann, sagt er, als er die Treppe hinaufgeht. Du bist das, was niemals zu fassen ist, der Abgrund , der hinter allem lauert. Ein Name, der sich in den Ecken des Verstandes einnistet, ein Gedanke, der nie gedacht werden kann, weil er jenseits der Gedanken liegt. Aber warum bist du hier? Was hast du mit mir zu tun?

Das Flüstern wächst lauter, bis es sich in einem Wispern und Kratzen verliert, als ob der Raum selbst zu atmen beginnt. Dann, plötzlich, ein lähmendes Schweigen . Der Mann bleibt stehen.

Was bist du?, ruft er, seine Stimme bricht.

Eine dunkle Gestalt tritt aus den Schatten, eine Silhouette, die in den Nebel der Nacht übergeht. Die Augen der Gestalt sind nicht zu sehen, und doch spürt der Mann die Blicke auf sich. Es ist, als ob Gnobbelmatsch keine Gestalt, sondern die Dunkelheit selbst ist – nicht eine Entität, sondern der Schmerz der Nicht-Wahrnehmung .

Ich bin das, was du nicht begreifen kannst, sagt die Gestalt mit einer Stimme, die sich wie der Hauch eines Geistes anfühlt, der durch den Raum zieht. Ich bin der Riss in der Wand, der niemals zu flicken ist. Du hast mich gesucht, als du glaubtest, Antworten zu finden. Doch die Antwort auf deine Suche ist nie die, die du erwartest.

Der Mann fällt auf die Knie, die Kerze in seiner Hand beginnt zu flackern und geht aus. Die Dunkelheit schließt sich um ihn, und das letzte, was er hört, ist das flüsternde Lachen von Gnobbelmatsch, das sich wie eine Leere in seinem Inneren ausbreitet.

Du hast mich gefunden. Aber was bleibt, wenn du mich siehst?Gnobbelmatsch.