Das Gnobbelmatsch: Ein fragmentierter Bericht über die Entropie der Wahrnehmung

(Thomas Pynchon)

In den Archiven des tiefsten Geheimdienstes – jenen, die so gut versteckt sind, dass selbst der CIA nicht einmal von ihrer Existenz träumen könnte – gibt es Berichte über ein seltsames Phänomen, das weder als Wesen noch als Objekt beschrieben werden kann. Es gibt auch keine genauen Aufzeichnungen darüber, wie es genannt wurde. Aber irgendwo, zwischen den Knoten der Realität und den Sprüngen der Zeit, taucht es immer wieder auf: das Gnobbelmatsch.

Niemand weiß wirklich, wo es herkommt oder warum es existiert, aber es gibt Hinweise darauf, dass es sowohl eine Substanz als auch eine Idee ist. Oder vielleicht beides. Vielleicht ist es das, was wir als Wahrnehmung bezeichnen, eine wabernde Masse, die zwischen den Rissen der Realität aufsteigt und in den Raum zwischen den Atomen übergeht. Manchmal ist der Gnobbelmatsch fest – fast wie ein Dichtstoff, der sich in die Poren des Universums einpresst. Doch in anderen Momenten dehnt es sich aus, wie die Biegung eines Lichtstrahls, der plötzlich keine Form mehr hat, sondern nur noch eine vage Ahnung von einer Entität bleibt. Es ist nicht nur ein Ding, sondern die Vorstellung, dass Dinge sich selbst erfinden und wieder auflösen.

Berichte aus den verschiedenen Ecken des Planeten – von militärischen Einrichtungen in Nevada bis hin zu stillgelegten Forschungslabors in einer heruntergekommenen Ecke Moskaus – alle bestätigen das gleiche: Der Gnobbelmatsch ist ein Produkt des Versuchs, alles zu kategorisieren. Man konnte nie genau sagen, was dieser Gnobbelmatsch eigentlich war, aber es wurde alles darauf geworfen – Schriften, Daten, wissenschaftliche Theorien, philosophische Überlegungen, die niemals einen klaren Punkt finden.

In den höchsten Rängen der wissenschaftlichen Gemeinschaft gibt es eine Theorie: Vielleicht ist der Gnobbelmatsch eine Art von Entropie in ihrer puren Form – das ultimative Chaos, das darauf wartet, in die Ordnung des Universums einzutreten, aber sich ständig gegen den Versuch wehrt, es zu definieren. Es gibt Gelehrte, die sagen, dass der Gnobbelmatsch sich selbst verstärkt. Jedes Mal, wenn jemand versucht, es zu fassen oder zu benennen, verändert es sich. Er lebt von den Unsicherheiten, die es hinterlässt.

Die Frage stellt sich: Warum sollte etwas so undefiniert, so verschwommen und unverstehbar sein, existieren? Warum gibt es immer diese blinden Flecken in der Realität, wo Dinge einfach verschwimmen oder nicht erklärbar sind? Der Gnobbelmatsch ist der Flackern in deinem Augenwinkel, das du nicht festhalten kannst. Die Verschwörung, die keine Lösung hat. Der Moment, in dem du dich erinnerst, dass du etwas vergessen hast, aber du weißt nicht, was es ist.