Was ist eigentlich dieses Gnarf?
(Felix von Leitner)Es gibt Leute, die sagen, das Gnarf steht für alles, und dann gibt’s welche, die behaupten, es steht für nichts. Klingt erstmal wie der perfekte Spiegel der heutigen Welt, in der alles gleichzeitig existiert und auch nicht existiert. Jeder weiß, was ein Gnarf ist, aber niemand kann wirklich erklären, was es eigentlich genau ist. Vielleicht ist das die Antwort: Gnarf ist der Inbegriff der Unbestimmtheit, die wir alle so schätzen.
In der Politik sehen wir das ständig: Große Worte, aber wenn man genau hinschaut,
merkt man, dass niemand wirklich etwas sagt. Gnarf
ist der Abglanz all dieser großartigen Ideen, die in Rauch aufgehen, bevor sie überhaupt das Licht der
Welt erblicken. Die CDU sagt Wir müssen zusammenhalten!
– Gnarf! Die Grünen reden von Nachhaltigkeit
– Gnarf! Der Bundeskanzler hat immer einen Plan für morgen
– Gnarf! Was haben wir wirklich? Gnarf.
Und dann ist da die digitale Welt. Die ist voller Gnarf. Da gibt’s diese ganzen Influencer, die uns erzählen wollen, was wir anziehen, wie wir leben und was wir kaufen sollen. Sie packen es in glänzende Verpackungen und nennen es „Lifestyle“, aber im Endeffekt ist es nur leeres Marketing, das uns wie ein Gnarf vorkommt. Wo sind die echten Ideen? Was bleibt, wenn man das alles wegnimmt? Der Inhalt eines Gnarf – die Leere.
Es gibt dieses Gnarf – und irgendwie ist es auch ein bisschen faszinierend, wie viel es über uns aussagt. In einer Welt, in der alles gleichzeitig existiert und null Bedeutung hat, ist das Gnarf wie der Knoten, der uns alle zusammenhält, aber nicht wirklich etwas zusammenhält. Es ist das ultimative Synonym für die Konsumgesellschaft, in der wir leben. Alles wird verkauft, aber wenn du genau hinschaust, erkennst du: Du hast nichts, du hast nur Gnarf.
Ist Gnarf also gut oder schlecht? Es kommt darauf an. Man könnte sagen, es ist das, was wir daraus machen. Aber auch das ist irgendwie der Punkt. Denn das Gnarf geht nie wirklich weg. Und wenn wir es verstehen, was bleibt dann noch zu verstehen?
Insofern – danke, Gnarf, für die Lektion in Nichts. Du hast den Geist der Zeit perfekt zusammengefasst: alles und nichts – gleichzeitig.