Der Zentralrat der Muslime fordert

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Anders als bei Grüner Jugend und Jusos — die stellen sich selbst dar als das, was sie sind: realitätsfremde Deppen — nehme ich diese Liste ernst und werde sie deshalb kommentieren.


Lieber Zentralrat der Muslime,

Ihr habt vollkommen selbstverständlich das Recht, euch frei zu entfalten, genau wie ich, genau wie jeder andere. Natürlich im Rahmen der geltenden Gesetze. Dazu gehört auch das Recht zu fordern, dazu gehört auch das Recht, euch lächerlich zu machen, dazu gehört auch das Recht, euch beleidigt zu fühlen.

Ihr habt aber absolut kein Recht darauf, gemocht zu werden. Genau so wenig wie jeder andere, genau so wenig wie ich.

Und ich mag euch nicht.

Um es deutlicher zu sagen: bei mir kommt ihr rüber als humorlose, frauenfeindliche, intolerante, undemokratische, euch selbst für was Besseres haltende, immer Extrawürste (natürlich halal) einfordernde traurige Gestalten, freudlos und dauerbeleidigt.

Und das macht euch — zumindest bei mir, ich gehöre keinem Zentralrat™ an und kann nicht für andere sprechen — zutiefst unsympathisch.

Dabei ist das völlig unnötig und euer Verhalten dämlich. Denn der™ Islam hat sowohl eine spirituelle Seite als auch eine humorvolle Seite. Wieso stellt ihr nicht diese in der Vordergrund? Sammelt Sympathiepunkte — statt zu fordern, fordern, fordern. Unterstützt die hier — oder fehlt euch der Humor?

Warum geht der Bischof so ungern ins Schwimmbad?
Eine falsche Handbewegung, alles Weihwasser.

Das kann ich schreiben, ohne Angst haben zu müssen (den Witz hab ich übrigens von einem Priester).

Und es geht mehr, sogar viel mehr. Diese Seiten brachten uns zwar einen Anruf aus dem Büro des Kölner Erzbischofs, aber nicht mit einer Forderung oder sogar Drohung, sondern mit einer Bitte, einer absolut nachvollziehbaren Bitte, der wir gerne nachgekommen sind.

Jetzt stellen Sie sich vor, wir würden nicht die Partei Bibeltreuer Christen durch den Kakao ziehen, sondern irgendeine muslimische Vereinigung. Zum Beispiel Sie. Würden Sie das ertragen? Denken Sie, das ginge ohne Empörung, Drohungen oder physische Angriffe ab?

Dann können wir es gerne ausprobieren. (Ich würd' nur vorher nachfragen, ob ich Polizeischutz erwarten — oder nach Ihrem Vorbild: fordern — kann. Denn ich will nicht enden wie Charlie Hebdo.)

Verstehen Sie, warum ich Sie nicht mag? Ich mag einfach keine humorlosen Menschen.

Düsseldorfer Japan-Club fordert Würdigung der japanischen Kultur durch ein jährliches Fest mit anschließendem Feuerwerk.

Das ist natürlich gelogen. Denn da fordert niemand, die machen einfach. Und 750.000 Besuchern gefällt das. So auch mir. Macher mag man. Forderer eher nicht.

Vielleicht zeigen Sie mal Lebensfreude (gibt Sympathiepunkte) und veranstalten auch ein solches Fest? Die Japanische Gemeinde in Düsseldorf bekommt das hin, und die besteht aus nur um die siebentausend Menschen — das sind nicht mal 2‰ der muslimischen Bevölkerung in Deutschland.

Ein Euro pro Monat von jedem Muslim in Deutschland (die vertreten Sie doch als Zentralrat?), schon haben Sie zigmillionen Euros zur Verfügung. Damit können Sie den Japan-Tag locker toppen.

Und falls Anprobieren einer Burka bei den Mädels auf weniger Interesse stoßen sollte als Anprobieren eines Kimono, gibt es eine einfache Lösung: Sie fordern mehr Interesse an muslimischer Kultur.

Denn fordern, das können Sie ja.

Nachtrag:

Die Volkshochschule Dresden bietet löblicherweise die Möglichkeit, farbenfrohe und zugleich züchtige Kopfbedeckungen auszuprobieren. Und das kostenlos, da von der Stadt Dresden gefördert. Sie müssen also nicht auf das Muslimfest warten.

Quotenqueen: Nicht verzagen, Mazyek fragen
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