Prioritäten

Geschrieben von am .

Ein paar Nachrichten aus letzter Zeit:

Und dann liegt das Anzeigenblatt im Hausflur:

Zeitungsausriss 1
Zeitungsausriss 2
Zeitungsausriss 3
Teleskopische Philanthropie (1865)

Immer häufiger verstehe ich Dinge nicht. Ich sehe die Fakten – jeder sieht die –, aber ich bekomme die nicht zusammen:

  • Unseren Tafeln mangelt es an Lebensmittel zur Verteilung, aber wir schicken Zeug ins Ausland.
  • Unseren Tafeln mangelt es an Helfern, aber wir lassen 1000 (tausend!) Menschen Pakete fürs Ausland packen.
  • Unseren Tafeln mangelt es an Spenden, aber Stadt Düsseldorf wie auch Caritas klinken für Care-Pakete mal eben 50.000 Euro aus.

Was passiert da? Warum kümmern sich Menschen um weit entfernte Probleme, lassen aber den Nachbar verrecken? Warum hat das Ausland Priorität? Ich verstehe es nicht. Bei der Stadt Düsseldorf und bei der Caritas arbeiten keine Idioten, da sind keine (inversen) Rassisten zugange, und gerade die Caritas kennt die Armut in Deutschland. Warum machen die das?

Dieses Verhalten ist nicht mal neu: das gab es schon zur Zeit von Charles Dickens. Es hat auch einen Namen: Teleskopische Philanthropie. Doch hilft mir weder das Eine noch das Andere, dieses Verhalten zu verstehen.

Und komme mir keiner mit Das Eine schließt das Andere nicht aus. Denn ja, natürlich schließt das Eine das Andere aus. Ich kann dasselbe Wiener Schnitzel nur einmal essen. Jede Dose Ravioli nur einmal in eine Tasche legen. Und jeden Euro nur einmal ausgeben.

Warum gehen die zehntausend Pakete nicht an die Tafeln?

Ich verstehe es nicht.