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Mit Ticks und Macken - Sind schrille Vögel glücklicher?

Schräge und schrullige Typen sind im Land der DIN-Norm suspekt - wer gegen den Strom schwimmt, gilt rasch als Querulant. Mut zur Phantasie wird mit sozialer Ausgrenzung bestraft. Dennoch wirken Lebenskünstler meist nicht unglücklich. Die Freaks und Phantasten bringen Farbe in den grauen Alltag. Exzentrische Künstler, fanatische Sammler, schillernde Szenegänger leben erfüllt und unbeirrt für ihre Ideen. Wo liegt die Garantie zum Glücklichsein - in der Vollkaskoexistenz oder im freien Flug bei vollem Risiko? Warum streben die meisten nach Akzeptanz und Sicherheit, trauen sich nicht öfter zum Leben neben der Spur? Sind schrille Vögel glücklicher? - Die Gäste von Wieland Backes schildern ihre Sicht und ihre Erfahrung. Hermes Phettberg, schräger Kultmoderator, freßsüchtiger Koloß und bekennender schwuler Sado-Masochist aus Wien, gilt, eingeschlossen zwischen Manie und Depression, als "arbeitsunfähig und untherapierbar". Beatrice Lux, Homöopathin in Zürich, steht täglich in Verbindung mit Außerirdischen des Planeten Andromeda, vom dem, wie sie meint, die Menschen abstammen. Petra Doren, alias Peter Paetzold, genießt das Leben als schriller Travestiestar in vollen Zügen; die deutsche Divine tingelt seit dreißig Jahren durch Nachtbars und Separées. Christine Arlt-Palmer glaubt nicht daran, daß das Leben außerhalb der Norm wirklich glücklicher macht. Die frühere Vizevorsitzende der Jungen Union ist davon überzeugt, daß viele der schrillen Vögel in die Kategorie der "krankhaften Psychopathen" gehören. Horst Esser hat einen ganz besonderen Spleen: Er haßt Autos. In München ist er stadtbekannt, wie er mit seinem Liegerad um die Ecken flitzt und nebenbei noch falschparkende Autos anzeigt, was ihm nicht nur Freunde einbringt. Günter Niklewski, Psychoanalytiker und Psychiater, kennt die feinen Unterschiede zwischen schrill und krank aus seiner täglichen Arbeit. Der Leiter der Städtischen Kliniken Nürnberg geißelt den Konformismus in der Gesellschaft. Als Experte kennt er viele schrille Vögel und behauptet: "Glückliche Exzentriker sind eine Mär." - An der Bar zeigt Joachim Fertsch, Würfelkönig aus "Wetten, daß ...?", wie er zwölf Würfel mit einer besonderen Schütteltechnik Kante auf Kante übereinander stapelt. Petra Perle heißt im wirklichen Leben Karin Kümpfel und ist Hausfrau und Mutter. Aber wenn sie ihren rosaroten Fummel anzieht und mit ihrem Partner Rex Kildo auf der Bühne steht, taucht sie in die Traumwelt des Schlagers ein.

  1. 22.03.1998 10.00, Hessen 3, Nachtcafé
  2. 13.11.1998 21.45, SWR, Nachtcafé
  3. 14.11.1998 09.30, SWR, Nachtcafé
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