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Handkuss oder Stinkefinger - Brauchen wir Benimm?

Der gute alte Anstand, der Handkuss, die Verbeugung - all dies scheinen Relikte menschlichen Miteinanders aus vergangenen Dekaden: altmodisch, überflüssig, reaktionär. Doch in einem rauer werdenden gesellschaftlichen Klima sehnt sich so mancher nach mehr Wärme, Rücksicht und Freundlichkeit. Gerade wenn es so richtig eng wird, ist man dankbar, wenn einem Platz gemacht wird. Wer freut sich nicht darüber, dass einem die Tür mal aufgehalten wird, anstatt wie so häufig vor der Nase zugeknallt zu werden? Und wenn man schon eine Abfuhr bekommt, dann ist sie doch begleitet von ein paar netten Worten und einem Lächeln auf den Lippen etwas erträglicher. Aber was soll die Form und die Fassade, wenn sich dahinter doch nur Abgründe auftun? Steckt hinter gutem Benehmen automatisch ein besserer Mensch? Ab wann wird eine schöne Geste zur puren Heuchelei? Kommt es nicht auf den Inhalt und die Werte an, anstatt mit hohlen Gebärden Eindruck zu schinden? Bedeutet der gepflegte Umgang in elitären Zirkeln nicht eher, dass man sich von anderen abgrenzen will, anstatt ein aufrichtiges Miteinander mit allen zu suchen? Wie wichtig ist es heute noch, zu wissen, wie man sich zwischen Knicks und Knigge zu benehmen hat? "Handkuss oder Stinkefinger - Brauchen wir Benimm?" - Wieland Backes fragt bei seinen Gästen nach.

  1. 07.02.2003 22.00, SWR, Nachtcafé
  2. 08.02.2003 08.45, SWR, Nachtcafé
  3. 23.08.2003 08.45, SWR, Nachtcafé
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