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Moderne Sklaven

Wenn von "Sklaven" die Rede ist, denken wir meist an Menschen in Ketten, an Segelschiffe voller gemarterter Seelen, an Schwerstarbeit auf den Baumwollplantagen und an die Erniedrigungen und Misshandlungen Schwarzer durch ihre weißen "Herren". Es mag einem "Onkel Toms Hütte" einfallen, jener 1852 erschienene, sozialkritische Roman, der die Zustände der Sklaverei in Amerika Mitte des 19. Jahrhunderts schildert und zum Bestseller wurde. Und viele mögen sich auch noch an die Fernsehserie "Roots" erinnern, jene Verfilmung der Familiensaga von Alex Haley, die in den USA und auch hier in Deutschland mit großem Erfolg gesendet wurde. Aber behandeln diese Geschichten nicht Kapitel aus längst vergangenen Zeiten? Sind dies nicht böse Erinnerungen an frühere ausbeuterische Systeme? Sind die Sklaven nicht überall auf der Welt "befreit" und gibt es nicht eine weltweite Ächtung der Sklaverei? So lautet Artikel 4 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der 1948 von der UNO-Vollversammlung ohne Gegenstimme verabschiedet wurde: "Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten." Doch die Realität sieht anders aus: "Sklaverei ist ein florierendes Geschäft: Die Zahlen der Sklaven nimmt zu" sagt der amerikanische Soziologe Kevin Bales in seinem 1999 erschienen Report über die "neue Sklaverei" und konstatiert: "Laut meinen vorsichtigen Schätzungen beläuft sich die Zahl der Sklaven weltweit auf 27 Millionen." Moderne Sklaven, so kann man heute Menschen überall auf der Welt bezeichnen, denen das Recht auf ein eigenes, selbstbestimmtes Leben verwehrt ist. Dabei treten neue Formen der Sklaverei auf, mit denen weltweit Menschen als Arbeits- oder Sexsklaven ausgebeutet werden. Über moderne Sklaven, den Handel mit Menschen, den Zusammenhang zwischen Globalisierung und unmenschlicher Ausbeutung von Männer, Frauen und Kindern und über die Anstrengungen im Kampf gegen Sklaverei diskutiert Volker Panzer mit seinen Gästen im nachtstudio.

  1. 26.01.2004 00.20, ZDF, nachtstudio
  2. 27.01.2004 10.15, 3SAT, nachtstudio
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