Springe zu: Hauptmenue, Stichwörter nach Anfangsbuchstaben.

Deutschland in der Pflegefalle - Wohin mit unseren Alten?

Karin Tietze-Ludwig (Fernsehmoderatorin, Mutter lebte im Pflegeheim), Dr. Norbert Blüm (früherer Sozialminister, CDU), Prof. Dr. Klaus Dörner (Psychiater, Gegner von Pflegeheimen), Ulrich Marseille (Pflegeheimbetreiber), Ilse Biberti (Schauspielerin, pflegt ihre Eltern zu Hause), Markus Breitscheidel (Enthüllungsautor, arbeitete verdeckt in Altenheimen) Karin Tietze-Ludwig: Fünf Jahre bis zu ihrem Tod lebte die Mutter von Karin Tietze-Ludwig in einem Alten- und Pflegeheim. Die Fernsehmoderatorin fand ihre Mutter, die die letzten beiden Jahre bettlägerig war, dort "bestens versorgt". Trotz der durchweg positiven Erfahrungen möchte sie selbst nicht in ein Altenheim ziehen. Dr. Norbert Blüm: Der ehemalige Sozialminister verteidigt die von ihm 1995 eingeführte Pflegeversicherung: "Sie hat den Menschen geholfen, die vorher keine Hilfe bekamen. Alles Gerede, sie madig zu machen, lassen mich nicht daran zweifeln: Das war richtig!" Prof. Dr. Klaus Dörner: Der Psychiater fordert die Abschaffung der Pflegeheime, spricht von Zwangsunterbringung und sieht in einem Familienmodell die Lösung. "Die Lebensqualität in einer Pflegefamilie, so grob die auch sein mag, ist dreimal besser als jedes heutige Alten- und Pflegeheim", sagt der legendäre Psychiatriereformer. Ulrich Marseille: "Ich will Deutschlands Pflegediscounter werden", sagt der Aufsichtsratsvorsitzende der Marseille-Kliniken AG. Mehrbettzimmer und Gemeinschaftsbäder sollen die Kosten senken. Der Unternehmer fordert mehr Wettbewerb in der Pflegebranche. Ilse Biberti: Die Schauspielerin und Buchautorin ("Hilfe, meine Eltern sind alt") pflegt ihre Eltern zu Hause. Eine Einweisung ins Altenheim kam für sie trotz aller Strapazen der häuslichen Pflege nicht infrage. Ilse Biberti ist überzeugt: "Es ist die kostbarste Zeit meines Lebens." Markus Breitscheidel: Der Enthüllungsautor zeichnet ein erschütterndes Bild vom Alltag in deutschen Pflegeheimen. Ein Jahr lang hat er verdeckt in Heimen gearbeitet. "Ich hatte ständig ein schlechtes Gewissen", so der studierte Wirtschaftswissenschaftler. Hilflose Alte würden oft von unqualifizierten Pflegekräften im "Akkord abgearbeitet" und mit Medikamenten ruhig gestellt.

  1. 06.03.2007 22.45, ARD, Menschen bei Maischberger
  2. 07.03.2007 09.35, MDR, Menschen bei Maischberger
  3. 08.03.2007 11.45, RBB, Menschen bei Maischberger
  4. 10.03.2007 23.15, 3SAT, Menschen bei Maischberger
HTML · CSS ·