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Virtuelle Welten: segensreiche Dimension oder grenzenlose Suchtfalle?

Die Welt ist online. In der Zeit von Web 2.0 sind Begriffe wie "Cyberkosmos", "skypen" und "chatten" in aller Munde. Selbst Deutschlands Omis und Großväter sitzen vorm Computer und telefonieren mit ihren Kindern und Enkeln via Internet. In der virtuellen Welt scheint es keine Grenzen zu geben, aber viele Gefahren. Welche Chancen die fiktive Welt bietet und welche Tücken es gibt, klärt Nina Ruge mit ihren Gästen: "Im Internet habe ich die Anerkennung bekommen, die ich brauchte." Marius Hauser ist süchtig nach Online-Spielen und hat sein Zimmer in den letzten zwei Jahren kaum verlassen. Der 18-Jährige hat sich in der virtuellen Welt ein zweites "Ich" geschaffen. Mittlerweile hat er seine Sucht erkannt und will wieder Kontakt zu Menschen haben. Seit zehn Jahren kämpft sie dafür, dass Onlinesucht als Krankheit anerkannt wird. Gabriela Farke, Vorsitzende des Selbsthilfevereins "HSO e.V.", ist die gute Seele aller Onlinesüchtigen. Sie bietet Hilfe zur Selbsthilfe von und für Onlinesüchtige. Wie man dem gefährlichen Kreislauf aus Cybersex, Chaträumen und Online-Glücksspielen entkommt, erklärt sie in der Sendung. "Das Internet hilft älteren Menschen, nicht zu vereinsamen." Die ehrenamtliche Senioren-Internet-Helferin Edith Randecker (74) hat über das virtuelle Medium viele neue Freunde gefunden. Ihre Leidenschaft für das Internet gibt sie weiter, indem sie Senioren den professionellen Umgang mit dem Internet vermittelt. "Es ist leichter, einen Zugang zur Internet-Kirche zu finden, als zur realen." Martin Tenge (46), Pfarrer der Internetkirche St. Bonifatius, leitet regelmäßig Internet-Gottesdienste und betreibt Seelsorge für eine virtuelle Gemeinde. Im realen Leben ist er für das Bistum Hildesheim als Jugendseelsorger tätig. Dr. Bert Theodor te Wildt (37) ist "gegen eine Diabolisierung des Internets." Als Facharzt für Psychiatrie beschäftigt er sich mit den Wechselwirkungen zwischen Mensch und Medien. Den Hauptgrund für exzessiven Internetkonsum sieht der Psychiater in Depressionen, gefolgt von Angst- und Persönlichkeitsstörungen.

  1. 02.08.2007 23.00, ZDF, Nina Ruge: Alles wird gut
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