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Verwahrlost und verloren? - Gewalt unter Jugendlichen

"Keiner wollte als Feigling dastehen", sagt einer der drei jugendlichen Angeklagten im Siegburger Foltermordprozess. Deswegen haben wir nicht aufgehört, erklärt er weiter in seinem Geständnis. Zwölf Stunden lang hatten die drei jugendlichen Inhaftierten der Justizvollzugsanstalt Siegburg nicht aufgehört, ihren Mithäftling zu foltern, zu misshandeln, zu demütigen, zu quälen, um ihn am Ende zur Selbsttötung zu zwingen. Der Obduktionsbericht beschreibt das Martyrium des Opfers. Im psychologischen Gutachten heißt es dazu, am Tag der Tat sei jede Hemmschwelle gebrochen. Das Opfer diente den dreien als Projektionsfläche, um ihre eigenen Ängste zu bekämpfen und nicht selbst zum Außenseiter zu werden. Erklärt das den Tötungswillen? Täter wie Opfer kommen aus zum Teil desaströsen Familienverhältnissen, haben Jugendpsychiatrie hinter sich und Bewährungsstrafen bis sie in der Siegburger Justizvollzugsanstalt landen. An keiner Stelle wird ihnen wirklich geholfen, oder konnte ihnen gar nicht geholfen werden? Abgeschoben, chancenlos? Gaby Dietzen diskutiert in der PHOENIX Runde mit Prof. Christian Pfeiffer (Direktor, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachen), Axel Spilcker (Focus), Norbert Tillmannshöfer (Gefängnispfarrer, JVA Heinsberg) und Lothar Kannenberg (Streetworker, Exboxer).

  1. 28.08.2007 22.15, Phönix, Phoenix Runde
  2. 29.08.2007 00.00, Phönix, Phoenix Runde
  3. 29.08.2007 09.15, Phönix, Phoenix Runde
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