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Medaillen, Mammon, Menschenrechte - China und Olympia

Schon die Vergabe der Olympischen Spiele an Chinas Hauptstadt Peking im Jahr 2001 hatte zu Protesten bei Menschenrechtsvertretern geführt. Massiv wurden die Demonstrationen aber erst seit dem Frühjahr 2008, als das brutale Vorgehen chinesischer Sicherheitskräfte in Tibet international für Bestürzung sorgte. Der weltweite olympische Fackellauf, eigentlich Symbol des Friedens und der Völkerverständigung, wurde plötzlich zum wahren Spießrutenlauf für die chinesischen Machthaber. In nahezu allen Ländern hagelte es Proteste. In Deutschland sahen sich Politik, Funktionäre und Sportler plötzlich in Erklärungsnöten: Hätte man die Vergabe an ein autoritäres System nicht verhindern können? Und: Dürfen sich Sportler zum Handlanger der Politik machen? Die Proteste und Diskussionen gingen so weit, dass sich der Deutsche Olympische SportBund zu einer Erklärung genötigt sah, dass er die Olympischen Spiele in Peking nicht boykottieren werde. Dennoch zeigten einige Sportler Flagge: So verkündete die deutsche Degenfechterin Imke Duplitzer im PHOENIX-Interview als erste Sportlerin, dass sie aus Protest gegen das chinesische Regime nicht bei der Olympischen Eröffnungsfeier mit ins Pekinger Stadion einmarschieren werde. An den Wettkämpfen will sie - wie alle anderen deutschen Sportler - allerdings teilnehmen. Wie weit kann und darf Protest von Sportlern und Funktionären gegen ein umstrittenes politisches Regime gehen? Steht bei den "Spielen" wirklich noch der Olympische Geist im Vordergrund? Oder regiert auch hier schon längst der schnöde Mammon professioneller Sportevents? Wie sollen sich Politik und Sponsoren verhalten?

  1. 28.06.2008 22.15, Phönix, 57. Forum Pariser Platz
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