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Ein Schulprojekt bringt Jugendlichen den Tod näher

Themenschwerpunkt ?Abschied nehmen? in ?Stöckl am Samstag? Sterbenskranke Krebspatientin und Schüler eines Sterbegeleitungsprojekts zu Gast ?Abschied nehmen?: In ?Stöckl am Samstag? am 22. November 2008 um 16. 00 Uhr in ORF 2 sind bei Barbara Stöckl die sterbenskranke Lungenkrebs-Patientin Angela Brauneder und Schüler der Hauptschule Bad Radkersburg, die beim Schulprojekt ?Jugendliche begegnen dem Tod? mitgemacht haben, zu Gast. Angela Brauneder ? Eine sterbenskranke Frau spricht über ihren letzten Weg Angela Brauneder ist 61 Jahre alt, Mutter von drei erwachsenen Söhnen und Großmutter von drei Enkelkindern. Sie hat Lungenkrebs im Endstadium und schon mehrere Chemotherapien hinter sich. Sie weiß, dass ihr Leben bald zu Ende gehen wird. In ?Stöckl am Samstag? ist sie mit ihrem ehrenamtlichen Sterbebegleiter Eduard Sporer zu Gast und spricht mit Barbara Stöckl über ihr Leben und über ihr Sterben. Angst vor dem Tod hat Frau Brauneder keine. Sie möchte ihren Tod sogar bewusst erleben dürfen. ?Ich würde mich betrogen fühlen, wenn ich einfach einschlafen würde. Ich habe auch die Geburt meiner Söhne bewusst erlebt, also will ich bei diesem, meinem letzten größten Erlebnis, auch bewusst dabei sein.? Sie ist sich sicher, dass es nach dem Tod nicht einfach aus ist, denn sie hatte einige Erlebnisse, die ihr zu diesem tiefen Vertrauen verholfen haben. ?Da ist eine Energie in einem Menschen drin und die sagt dir, es geht irgendwie weiter. Ich weiß nicht, wie es dort drüben ist, aber ich nehme vorsichtshalber meine Zahnbürste mit.? Die einzige Angst, die Angela Brauneder hatte, war die Angst vor dem Siechtum und den Schmerzen. Diese Angst konnte ihr jedoch durch die Station für Palliativmedizin Hietzing, auf der sie ihren Sterbebegleiter Eduard Sporer kennenlernte, genommen werden. Die Station ist mit 14 Betten in Österreich die größte ihrer Art. In erster Linie werden hier Menschen betreut, die an einer unheilbaren, fortgeschrittenen Tumorerkrankung leiden. Das oberste Ziel besteht darin, die Schmerzen zu lindern, um den Schwerkranken ein Leben und Sterben in Würde zu ermöglichen. ?Ich möchte, dass Menschen die in einer ähnlichen Situation sind wie ich, von dieser Palliativstation erfahren, denn für mich ist sie der Vorhof zum Himmel?, so Brauneder. Wenn Angela Brauneder an ihren bevorstehenden Tod denkt, dann hat sie nicht das Gefühl, etwas in ihrem Leben verpasst zu haben. Sie hat ihren Traummann gefunden, eine Familie gegründet, drei erfolgreiche Söhne großgezogen und Karriere gemacht. ?Ich wollte nie jemand anderes sein. Selbst jetzt, wo ich so krank bin, möchte ich mit niemandem tauschen. Meine Identität verliere ich nicht wirklich, denn das, was mich wirklich ausmacht, wird weiterleben!? Was beschäftigt jemanden, der weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat? Was wird auf einmal wichtig und was unwichtig? Welche Bedeutung bekommen Erinnerungen? Kann man die verbleibende Zeit noch genießen? Diesen Fragen stellt sich Angela Brauneder in einem offenen und mutigen Gespräch mit Barbara Stöckl. Für Barbara Stöckl ist die Begegnung mit Frau Brauneder eine besondere: ?Nachdem wir Frau Brauneder kennengelernt und gesehen haben, wie stark sie ist, haben wir uns entschlossen, eine spezielle Sendung zu diesem Thema zu machen. Es ist nicht nur für Menschen in ähnlichen Situationen, sondern für jeden von uns bereichernd, dem Tod einmal anders zu begegnen.? Jugendliche begegnen dem Tod ? Ein Schulprojekt bringt Jugendlichen den Tod näher ?Jugendliche begegnen dem Tod? ? das ist der Name eines Schulprojekts, das die Hospizbegleiterin Monika Benigni ins Leben gerufen hat. Seit einigen Jahren geht sie in Schulen, um den Schülern den Tod und das Thema Sterbebegleitung näher zu bringen. In der Gruppe werden Erlebnisse mit verstorbenen Menschen aufgearbeitet und Ängste abgebaut. ?Die Kinder bleiben immer auf der Strecke?, so Monika Benigni. Vielen Kindern und Jugendlichen würde bei Todesfällen oder schweren Krankheiten im Umfeld nicht die Wahrheit zugemutet. ?Sie werden beiseite geschoben, um sie vor dem Tod zu beschützen ? und übrig bleiben oft Schuldgefühle und Ängste.? Das Projekt ist ein großer Erfolg: Mittlerweile bildet Monika Benigni mehr als 40 Hospizbegleiter für den Umgang mit Schülern aus. ?Wir Erwachsenen ahnen gar nicht, welche Geschichten die Kinder in so jungem Alter schon mitbringen und wie sehr sie dieses Thema betrifft.? In ?Stöckl am Samstag? sind Schüler der Hauptschule Bad Radkersburg zu Gast. Sie erzählen über ihre persönlichen Erfahrungen, was sie in dem Projekt gelernt haben und wie sie mit dem Tod umgehen.

  1. 22.11.2008 16.00, ORF2, Stöckl am Samstag
  2. 23.11.2008 05.30, ORF2, Stöckl am Samstag
  3. 25.11.2008 10.15, 3SAT, Stöckl am Samstag
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