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Jeder für sich, keiner für alle - Was nützt Europa in der Krise?

Bleibt unser Geld stabil? Oder wird der Euro von Mitgliedsländern, die schon am Abgrund hängen, mit nach unten gerissen? Lohnt es weiterhin, via Brüssel Steuer-Milliarden in unsere Nachbarländer zu stecken, die wir auch gut für uns selbst brauchen könnten? Als die Gemeinschaft immer größer wurde, versprachen viele Politiker, dieser gemeinsame Markt mit der gemeinsamen Währung werde ein unerschütterliches Bollwerk sein gegen alle Unbilden. Nun werde Europa zum gleichberechtigten Mitspieler in der "Champions League der globalen Welt". Doch in der aktuellen Krise ist davon wenig zu spüren. Im Prinzip, so der Eindruck, kämpft jeder für sich. Und auch die Zahlen, die in dieser Woche von der EU-Kommission veröffentlicht wurden, sind schlecht. Die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone und in den 27 Mitgliedsländern soll um 4 Prozent einbrechen, die Zahl der Arbeitslosen um 8,5 Millionen steigen, die Schulden in fast allen Ländern explodieren. Ist die EU in schwierigen Zeiten also eher Retter oder Klotz am Bein in schwierigen Zeiten? Darum geht es in dieser Woche bei "Maybrit Illner". - Sie empfängt illustre Gäste, von denen die meisten auch überzeugte Europäer sind. Doch ihre Lagebeurteilung ist keineswegs von Zweckoptimismus geprägt: Die Rezession bringe Millionen Menschen in eine verzweifelte Lage und schüre sozialen Unfrieden, mahnt der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker seit vielen Jahren der Vorzeige-Europäer und Chef der Euro-Finanzminister: "Wenn wir das nicht schnell wieder in den Griff kriegen", warnt EU-Kommissar Günter Verheugen, "dann wird das Ausmaße annehmen, dass uns hören und sehen vergeht." Und doch geht es nur gemeinsam mit den anderen Europäern aufwärts, glaubt der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher. Die EU verkörpere "die modernste Form des Zusammenlebens von größeren und kleineren Staaten", betont er. Wenige Wochen vor den Wahlen zum Europäischen Parlament gibt die Sendung den Bürgern auch Aufschluss darüber, warum sie zur Wahl gehen sollten: Was nützt Europa in der Krise? Sind die bisherigen nationalen und europäischen Initiativen ausreichend? Wie groß sind die Gefahren für den Zusammenhalt der Union, insbesondere der Währungsunion? Ist Europa der bessere Krisenmanager? Oder muss nun jedes Land wieder schauen, "wo es bleibt"? Darüber diskutiert Maybrit Illner am Donnerstag mit ihren Gästen.

  1. 07.05.2009 22.15, ZDF, Maybrit Illner
  2. 08.05.2009 03.30, ZDF, Maybrit Illner
  3. 08.05.2009 17.00, Phönix, Maybrit Illner
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