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Sozialstaat am Ende - Zahlt gefälligst alles selbst!

Norbert Blüm Der frühere Arbeits- und Sozialminister kritisiert die geplanten Reformen der schwarz-gelben Regierung als "einen Angriff auf den Sozialstaat". So seien der "Pflege-Riester" und die geplante Kopfpauschale in der Gesundheit ein "Schlag gegen die Gerechtigkeit", beklagt der CDU-Sozialpolitiker. "Da zahlt der Chef dieselbe Prämie wie sein Fahrer. Wie kann das gerecht sein?", fragt Norbert Blüm. Daniel Bahr Wie schon bei der Rente, will die FDP auch im Gesundheits- und Pflegesystem mehr auf private Vorsorge setzen "Man muss das Umlagesystem durch kapitalgedeckte Vorsorge ersetzen", sagt Daniel Bahr, seit wenigen Wochen Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium. Die Kritik, vor allem Geringverdiener könnten sich dann Gesundheits-, Pflege- und Rentenvorsorge nicht mehr leisten, weist der FDP-Politiker entschieden zurück. Bert Rürup Einen Umbau der Sozialkassen hält der ehemalige Wirtschaftsweise und Chef der nach ihm benannten Rürup-Kommission für richtig, etwa bei der Krankenversicherung. "Pauschalprämien sind nur dann ungerecht, wenn sie mit einer Überforderung von Geringverdienern verbunden sind", sagt Bert Rürup, heute Chef-Ökonom des Finanzdienstleisters AWD. Ein sozialer Ausgleich könne aus Steuermitteln finanziert werden. Susi Neumann Seit fast 30 Jahren arbeitet Susi Neumann als Putzfrau. Den Gang zum Arzt scheut die Mutter von vier Kindern. "Zum Zahnarzt müsste ich dringend. Das geht aber nicht. Ist zu teuer. Ich kenne ganz viele Kolleginnen, die große Probleme haben, ihre Arzneimittel zu bezahlen", sagt die Betriebsrätin, die mit zwei Jobs und einer 44-Stunden-Woche auf ein monatliches Einkommen von ca. 1.100 Euro kommt. Rücklagen für das Alter oder für die Pflege kann sie nicht bilden. "Sollte ich pflegebedürftig werden, müssten das meine Kinder bezahlen." Lothar Langer "Ich erwarte von der Politik keine Geschenke an die Rentner, bloß weil wir viele sind", sagt der 69-jährige Ex-Manager, der nicht nur Nullrunden richtig findet, sondern auch Rentenkürzungen akzeptieren würde. Auch von der Rente mit 67 ist der Münchener überzeugt. Lothar Langer sorgt sich weniger um die Rentner als um die junge Generation. "Unsere Kinder werden von der staatlichen Rente nicht mehr leben können", so der Vorsitzende der "Aktivsenioren Bayerns". Margot Kramme Die 72-jährige Mutter von fünf Kindern hat ihr Leben lang gearbeitet und kann doch nicht von ihrer Rente leben: 496 Euro reichen gerade für Miete und Strom. Margot Kramme muss Zeitungen austragen und steht dafür um zwei Uhr nachts auf, sieben Tage die Woche. "Das Schlimmste für mich wäre, den Staat oder gar die eigenen Kinder um Geld bitten zu müssen", sagt die Rentnerin.

  1. 24.11.2009 22.45, ARD, Menschen bei Maischberger
  2. 25.11.2009 09.30, MDR, Menschen bei Maischberger
  3. 28.11.2009 23.20, 3SAT, Menschen bei Maischberger
  4. 21.07.2010 09.30, MDR, Menschen bei Maischberger
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