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Wie Geld glücklich macht

"Auf Geld zu verzichten und dabei rein gar nichts zu verlieren", so lautet die Devise der Gäste von "Stöckl am Samstag" am 20. März um 16.00 Uhr in ORF 2. Wie sie in die Gesundheit und Existenz der Ärmsten der Welt investieren, selber ein Leben ganz ohne Geld führen und gerade deswegen glücklich sind, erzählen Rüdiger Dahlke, Josef Stockreiter, Peter Püspök und Heidemarie Schwermer bei Barbara Stöckl. Zudem erhalten die TV-Zuschauerinnen und Zuschauer praktische Ratschläge, wie jeder ein gesundes und entspanntes Verhältnis zum Geld entwickeln und ohne Geldsorgen leben kann. Rüdiger Dahlke: "Obwohl sich in unserer modernen Gesellschaft alles ums Geld dreht, verstehen wir erstaunlich wenig davon", so der Arzt, Psychotherapeut und Autor unzähliger Bücher. In seinem Buch "Die Psychologie des Geldes" deckt er die Gesetze auf, nach denen der Geldfluss funktioniert und gibt Tipps für ein neues Geldbewusstsein, das in Zeiten der Wirtschaftskrise dringend notwendig ist. "Nicht die absolute Geldmenge ist entscheidend, sondern die innere Haltung dazu. Wir entscheiden über unsere Zufriedenheit selbst und dadurch, mit wem wir uns vergleichen." Warum Geld eine so große Anziehungskraft hat und worin die eigentliche Macht des Geldes liegt, erzählt der Autor in "Stöckl am Samstag". Josef Stockreiter erfüllte sich durch eine Spende seinen Lebenstraum: Vor mehr als 25 Jahren schloss der Niederösterreicher eine Lebensversicherung ab. Er entschied, sofern er seinen 60. Geburtstag erleben sollte, woran er durch gesundheitliche Beschwerden zum damaligen Zeitpunkt nicht glaubte, mit dem Geld aus der Versicherung etwas Gutes zu tun. Im letzten Jahr war es soweit. Josef Stockreiter machte seinen Lebenstraum wahr und spendete 100.000 Euro für die Hilfsorganisation "Licht für die Welt". "Ich hab mir überlegt, was für mich das Schlimmste wäre, was mir passieren kann und dann dachte ich, blind sein wäre furchtbar. Zu wissen, dass ich meine Kinder und Enkelkinder nicht sehen kann, da wäre das Leben zum Verzweifeln." Auf einem großen Geburtstagsfest mit 170 Gästen ließ er seine Spendenüberraschung platzen und animierte gleichzeitig Freunde und Verwandte ebenfalls zu spenden. Durch die Großzügigkeit des Baumeisters konnte in Pakistan eine Hospitalsabteilung errichtet werden, die 400.000 Menschen Zugang zu augenmedizinischer Versorgung ermöglicht. Peter Püspök, Leiter "Oikocredit" Österreich, unterstützt Menschen mit Mikrokrediten: Peter Püspök war über 37 Jahre erfolgreicher Banker und zuletzt bis 2007 Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Mit seiner Pensionierung suchte er ein neues Aufgabenfeld für sich und wurde Vorstand der NGO-Organisation "Oikocredit" in Österreich: ein Unternehmen, bei dem Investoren Genossenschaftsanteile erwerben und mit dem so gesammelten Geld Mikrokredite für Menschen in der Dritten Welt finanzieren. Schon durch kleinste Kreditbeträge können sich die Menschen dort eine Existenz aufbauen. "Mit 100 Dollar kann zum Beispiel eine Nähmaschine, eine Kuh oder Saatgut gekauft werden. Damit bekommen arme Leute die Chance, sich selbst zu helfen", so der Burgenländer. Über 1.700 Österreicher haben ihr Geld bei "Oikocredit" bereits ethisch veranlagt. Insgesamt konnten durch die Unterstützung aller 35.000 Anleger aus 17 Ländern 17,5 Millionen Menschen, ein Großteil davon Frauen, im Kampf gegen die Armut geholfen werden. Heidemarie Schwermer: Im Februar 1994 gründete Heidemarie Schwermer die "Gib und Nimm Zentrale" in Dortmund, einen Tauschring, in dem Dienstleistungen, Fähigkeiten, Sachgegenstände miteinander getauscht und geteilt werden, ohne dass Geld dabei eine Rolle spielt. Mit der Zeit erkannte sie, dass sie nicht so viel zu einem glücklichen Leben brauchte, wie sie immer gedacht hatte und startete ein einjähriges Experiment - ein Leben ganz ohne Geld. Die Psychotherapeutin löste ihre Wohnung und ihre Praxis auf und verschenkte ihr gesamtes Hab und Gut. Aus dem geplanten einen Jahr sind nun schon dreizehn Jahre geworden, in denen sie ihren Lebensstil konsequent verfolgt. Ein Leben ohne Geld, aber mit viel Freiheit und Leichtigkeit, wie sie selber sagt. Um ein Dach über dem Kopf zu haben, hütet sie Häuser in ganz Deutschland, für Lebensmittel putzt sie oder stellt ihre Dienste als Psychotherapeutin zur Verfügung. Bei Barbara Stöckl erzählt sie von ihrer Vision einer neuen und anderen Welt, in der tauschen, teilen und mehr Miteinander im Vordergrund stehen.

  1. 20.03.2010 16.00, ORF2, Stöckl am Samstag
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