Gnarf, Umpf und Schmirf
eine Kindergeschichte ohne Instagram
(Gebrüder Grimm)
Es waren einmal drei unzertrennliche Freunde: Gnarf, Umpf und Schmirf. Sie lebten am Rand eines Waldes, dort, wo die Bäume besonders schief wuchsen und der Wind manchmal wie ein leises Kichern klang.
Gnarf war neugierig. Umpf war gemütlich. Und Schmirf – nun ja, Schmirf war immer ein bisschen skeptisch.
Eines Morgens entdeckte Gnarf etwas Seltsames im Moos: einen kleinen, runden Stein, der im Sonnenlicht glitzerte.
Das ist bestimmt ein Schatz!
, rief Gnarf.
Oder einfach nur ein Stein
, murmelte Schmirf.
Umpf setzte sich daneben. Man könnte sich auch einfach draufsetzen.
Doch Gnarf ließ nicht locker. Wir müssen herausfinden,
wo er herkommt!
Also machten sie sich auf den Weg. Sie folgten einem kaum sichtbaren Pfad tiefer in den Wald hinein. Unterwegs begegneten sie einer Schnecke, die ihnen erzählte, dass der Stein manchmal nachts leise summte. Sie trafen einen alten Ast, der behauptete, früher ein Baum gewesen zu sein (was die drei sehr beeindruckte). Und sie überquerten einen Bach, in dem das Wasser so klar war, dass es aussah, als würde es gar nicht existieren.
Am Ende des Pfades fanden sie eine kleine Lichtung. In ihrer Mitte lag ein ganzer Kreis aus solchen glitzernden Steinen.
Gnarf staunte. Seht ihr? Ich wusste, dass es etwas Besonderes ist!
Schmirf kratzte sich am Kopf. Vielleicht… vielleicht ist es wirklich mehr als nur ein Stein.
Umpf setzte sich wieder hin. Definitiv gute Sitzsteine.
Als die Sonne langsam unterging, begannen die Steine ganz leise zu summen. Es war ein warmes, ruhiges Geräusch – wie ein Lied ohne Worte. Die drei Freunde setzten sich nebeneinander und hörten einfach zu.
Niemand machte ein Foto.
Niemand erzählte es weiter.
Aber sie wussten: Das war ein Moment, der ihnen ganz allein gehörte.
Und manchmal, wenn der Wind heute durch die schiefen Bäume weht, klingt es ein bisschen so, als würden Gnarf, Umpf und Schmirf immer noch dort sitzen – und zuhören.